Borkenkäfersituation 2009
Drohende Borkenkäferkalamitäten
Aus Forstschutzsicht ist es dringend erforderlich, zur Verhinderung drohender extremer Borkenkäferkalamitäten, neben der möglichst raschen und umfassenden Aufarbeitung von geschlägertem Nadelholz (besonders Fichte), dieses auch so rasch als möglich aus den Waldflächen bzw. aus dem Gefährdungsbereich des Waldes abzuführen oder effizient zu behandeln (Entrinden, Spritzen). Auch bruttaugliches Rest- bzw. Überholz (verbleibende Stammabschnitte, Wipfelmaterial, etc.) ist brutuntauglich zu machen.
Wie bereits in den Vorjahren wird durch gezielte Schwerpunktförderung der Maßnahme Hacken und Mulchen des bruttauglichen Materials versucht, von Vornherein das Risiko einer drohenden Borkenkäfermassenvermehrung möglichst zu minimieren.
Obwohl während der letzten Jahre (2007 + 2008) speziell in den Sommerperioden keine optimale Witterung für eine Borkenkäfermassenvermehrung geherrscht hat, waren bei dem vom Niederösterreichischen Forstaufsichtsdienst durchgeführten Borkenkäfermonitoring teilweise besorgniserregende Populationszahlen bei den für die Fichte gefährlichsten Borkenkäferarten zu verzeichnen. Besonders betroffen sind dabei auf Grund der Monitoringergebnisse immer mehr auch höhere Berglagen.
Erhöhte Kontrolle
Unter diesem Aspekt kommt einer verschärften Kontroll- und Beratungstätigkeit der Forstinspektionen, verbunden mit entsprechenden Anreizen durch effektive Fördermaßnahmen größte Bedeutung zu.
Auch die waldbauliche Vorgehensweise in Nadelholzreinbeständen stellt eine große Herausforderung für Waldbesitzer und die vor Ort agierenden Beratungsorgane dar. In Anbetracht des hohen Risikopotentials reiner Nadelbaumbestände bietet sich die Möglichkeit, auf den Schadflächen in Richtung laubholzreichere, stabilere sowie strukturreiche Folgebestände zu gehen.
Beratung und Auskunft
Durch gezielte Beratungs- und Förderungsschwerpunkte zu Gunsten stabiler Mischbestände sollen die betroffenen Waldbesitzer entsprechend motiviert werden, ökologisch stabilere Bestände aufzubauen, um damit in Zukunft für derartige Schadensereignisse besser gerüstet zu sein.
Genaue Auskünfte über die Förderungsabwicklung sowie fachliche Beratung und Informationen erhalten die Waldeigentümer bei den Bezirksforstinspektionen der zuständigen Bezirkshauptmannschaften sowie bei den Forstsekretären der Bezirksbauernkammern.
Darüber hinaus steht auch das Forstschutzreferat der NÖ Landesforstdirektion für Auskünfte zur Verfügung.
Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Forstwirtschaft (LF4)
Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Hagen, E-Mail: post.lf4@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-13392, Fax: 02742/9005-13620
3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus 12

